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Flugbegleiterin als Fußgängerin- das Überleben auf der Erde

Allgemein

Flugbegleiterin als Fußgängerin- das Überleben auf der Erde

Foto: Jan Vasek auf Pixabay

Flugbegleiterin als Fußgängerin- das Überleben auf der Erde

Quarantäne, täglich grüßt das Murmeltier oder die Flugbegleiterin, die nicht in ihrem Office sein kann. Wann es wieder ein normales Leben zwischen Kerosingeruch und Hotelbetten geben wird, weiß niemand. Ich schon mal gar nicht.

Ein neuer Tag beginnt

So könnte auch ein schlechter Herzschmerz- Schnulzenroman beginnen. Aber so beginnt mein Morgen in einem weiteren Tag Quarantäne. Ich werde von Fußgängern aus meinem Bekanntenkreis angeschrieben und zu Themen rund um die Fliegerei befragt. Ja, unsere Branche ist sehr hart betroffen. Wann es für mich bzw. für meine Kolleginnen und Kollegen wieder in die Luft geht, weiß nicht mal die sonst so beliebte Glaskugel. Alles ist anders und wird auch nach Corona anders. Aber dennoch: ich bin nicht die Presseabteilung, weise ich dann manchmal höflich darauf hin.

Öfter mal Nachrichten schauen

Selbst wenn ich interne Sachen weiß, gebe ich sie nicht preis. Ich bin nicht die Nachrichtenzentrale meiner Firma, sondern gehöre eher zur Randgruppe, inzwischen zu den Flugsauriern. Das darf ich nach so vielen Jahren Zugehörigkeit ruhig ab und an mal erwähnen. Wenn ich zudem bedenke, dass ich als Kind der ehemaligen DDR früher nie geflogen bin. Wir konnten es uns schlichtweg nicht leisten, auch nur einen Fuß in eine Interflug Maschine zu setzen.

Auch wenn unsere Flügel gestutzt sind im Moment, möchte ich einfach nichts anderes machen. Ich liebe meinen Job so sehr, auch nach so langer Zeit.

Lehrerin- statt Flugbegleiterin

Hätte es die DDR noch gegeben, würde ich heute entweder als Erzieherin oder sogar als Lehrerin arbeiten. Ich liebe Kinder sehr, auch fremde. Die kann man, wenn es dann doch etwas zu stressig wird, wieder abgeben. Kleiner Spaß! Ich mag unsere kleinen Gäste sehr gerne an Bord. Interessant ist auch, wie erfahren oder unerfahren manche Eltern sind, wenn es um das Fliegen mit Kindern geht. Dazu habe ich übrigens auch mal ein Live Video gemacht. Den Beitrag findet ihr hier auch in meinem Magazin.

Flugbegleiter/ in- ein facettenreicher Beruf

In unserer Berufsbeschreibung sollten viele Berufe stehen: Psychologe, Notfallsanitäter, Krankenschwester, Seelentröster, Betreuer, Trauerbegleiter, Entertainer, Flugangsttrainer, Service Professional, Catwalktrainer, Erzieher, Promiexperte, Streitschlichter, Wahrsagerin. Das sind mal einige wenige „Berufe“, die wir ausüben können. Ja, liebe Menschen, die ihr Fußgänger seid, selten oder auch oft fliegen. Wir können viel mehr als Tomatensaft ausschenken. Wir sind Diejenigen, die den Flieger im Notfall in Kürze evakuieren können. Es ist unser Wohnzimmer, und jeder von euch ist immer herzlich eingeladen, sich wohl zu fühlen. Wir sind eure Gastgeber und das sehr gerne. Wir freuen uns über „Bitte“, „Danke“, einen Blickkontakt oder etwas mehr Aufmerksamkeit. Kleine Gesten haben oft große Wirkungen.

Wie trage ich eine Maske?

In diesen Tagen, wenn ich mit meiner Maske einkaufen gehe und sehe, wie manche ihre Masken tragen, dann denke ich: „Du hast nicht bei meiner Ansage und der Ausführung durch meine Kolleginnen und Kollegen zugeschaut.“ Die Maske muss immer auf Mund UND Nase sitzen. Sonst bringt es schlichtweg gar nichts. Das gilt nicht nur für die Sauerstoffmasken an Bord. Also schadet es nicht, bei unseren Ansagen einfach mal zuzusehen, auch wenn der Eine oder Andere schon mitreden kann.

Ihr seht, auch in meinem/ unserem jetzigen Leben am Boden haben wir „Eigenarten“, die sich einfach tief in unser Hirn eingebrannt haben. Wir gehen dennoch immer mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, auch am Boden.

Safety first in allen Lebenslagen

Wie oft will ich beim Einkaufswagen die Bremse treten oder versuche krampfhaft, den Wagen vor meinem Auto zu verkeilen, damit er nicht wegrollt oder umfällt? Puh…“Nein Sandra, es wird keine Turbulenz gehen, kein plötzliches Abfallen durch einen Jetstream. Du hast auch noch alle Zeit der Welt, dein Auto schön einzuräumen und den Einkaufswagen zurückzufahren. Er muß auch nicht verknebelt werden. Du hast mehr als 15 Minuten Zeit, deinen Einkauf zu erledigen. Dein Wagen ist durch eine Kette gesichert. Willkommen in der Realität eines Fussgängers!“

Immer auf Position

Irgendwann rief mich eine Freundin an und wie meldete ich mich? Mit meinem Namen und meiner Position, auf der ich immer arbeite. Sie stockte und fragte, ob ich etwas getrunken hätte. Irgendwo auf der Welt ist es ja immer schon 17 Uhr. Aber in diesem Fall war ich tatsächlich nüchtern. Das klingt gerade so, als hätte ich ansonsten permanent die Lampen an. Aber so ist es natürlich nicht. Es gibt so viele Gerüchte um unsere Berufsgruppe. Vielleicht werde ich euch mal mit dem einen oder anderen Artikel aufklären, wenn es euch interessiert.

Sex and Drugs and Übergewicht

Was mir übrigens aufgefallen ist, dass die Altglascontainer so voll wie nie zuvor sind. Manches Mal stehen Flaschen daneben, weil einfach nichts mehr hinein passt. Willkommen in der Realität! Nach Corona wird es wohl viele Babies, Trennungen, Alkoholiker und mehr Übergewichtige geben. Was für ein verrücktes Leben. Wir müssen die Situation einfach mit viel Humor nehmen. Ich habe meine Uniform so aufgehängt, dass ich sie ab und an anziehe und denke: „Jaaaa, saß schon mal lockerer, aber geht noch.“ Meine liebsten Kleiderstücke sind ja meine wechselnden Affären, die alle auf den Namen „Jogginghose“ hören.

Zurück zu einem „wichtigen“ Thema

Eine der meist gestellten Frage, die ich in 22 Jahren so oft von Männern gehört habe, kann ich sofort beantworten. Ja, es gibt sicher den Miles High Club und nein, ich gehöre nicht dazu. Es gibt viele nette Orte, an denen man sich Abhilfe verschaffen kann, wenn man sehr starke Gefühle für seinen Partner und den Passagier neben sich entwickelt, aber bitte nicht die Toilette! Ich selbst vermeide es so gut es geht, auf die Toilette zu gehen für die Notdurft. In meinen kühnsten Träumen könnte ich mir nicht vorstellen, an körperliche Nähe zu denken. ( schon gar nicht während der Arbeitszeit) Obwohl ich noch nie in meinem Leben Ski gefahren bin, die Skifahrerhaltung beherrsche ich perfekt. Niemals setze ich mich auf öffentliche Toiletten.

Schuhe anlassen, Hirn einschalten!

Ich denke, gerade beim männlichen Geschlecht dreht die Fantasie manchmal durch. Ihr teilt euch die Toilette mit so vielen anderen Leuten! Und nein, ihr geht ab jetzt bitte auch nie wieder auf Socken oder sogar barfuß auf die Toilette! Denn das, was unten auf dem Toilettenboden zu sehen ist, ist kein Wasser. Unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Arten von Toilettengängen! Ich kann mir vorstellen, dass euer Blick das nächste Mal als erstes auf den Toilettenboden geht. Ihr werdet an meine Worte denken. Versprochen!

Händewaschen- die Routine nach dem Toilettengang

Corona Zeit hat für uns alle noch einen weiteren Vorteil. Auch der letzte Mensch lernt und verinnerlicht, dass man sich nach dem Toilettengang IMMER die Hände wäscht. Das bringen wir schon unseren Kindern bei. Leider habe ich im Alltag oftmals das Gefühl, dass die mitgegebene Kinderstube beim Betreten von Gebäuden oder auch des Flugzeuges vor der Tür vergessen wird. So war es bisher auch mit dem Händewaschen. Das habe ich aber auch auf öffentlichen Toiletten erlebt und ebenso bei Frauen. Toilettenspülung geht, Tür auf und weg. Ich möchte nicht Diejenige sein, der du als nächstes die Hand gibst. Händewaschen ist so wichtig und geht schnell, egal wie eilig wir es haben.

Bitte- Danke- wenige Worte mit großer Bedeutung

Jeder Mensch freut sich, gerade jetzt in dieser Zeit, über ein nettes Wort, auch wenn es schwierig ist unter einer Maske. Wann habt ihr das letzte Mal der Verkäuferin im Supermarkt einen schönen Tag gewünscht? Ich habe mich neulich bei einer Verkäuferin bedankt, weil es noch Toilettenpapier gab. Toilettenpapier!!! Diesen Hype kann ich noch immer nicht verstehen. Aber zum Glück wird das Kaufverhalten langsam wieder normal. Ihr braucht nicht bunkern, schon gar nicht Toilettenpapier! Wir könnten auch ohne Toilettenpapier überleben, ebenfalls ohne Hefe, die war nämlich auch teilweise ausverkauft. Seid nett zu den Verkäuferinnen und Verkäufern! Sie leisten wirklich großartige Arbeit und sorgen dafür, dass die Regale wieder gefüllt werden. Über ein „Danke“ oder ein „Bleiben Sie gesund!“ freuen sie sich ungemein.

Corona verändert uns, aber manche sollten Sachen bleiben.

In diesem Sinne, bleibt gesund, frech und wunderbar! Händewaschen nicht vergessen!

 

Bis bald!

Eure Sandra

 

Ich heiße Sandra, geboren am 26.9.72, Sternzeichen Waage. Ausgeglichen bin ich, aber auch manchmal wie ein Fähnchen im Wind, schmeiße gerne Pläne innerhalb kürzester Zeit um, sehr zum Ärger meiner Familie, die sehr strukturiert ist.

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