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An Tagen wie diesem- Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Allgemein

An Tagen wie diesem- Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

An Tagen wie diesem- Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Ein Virus verändert unser Leben von jetzt auf gleich. Was gestern war, zählt heute nicht mehr. Ängste, Sorgen, aber auch viel Zeit zum Umdenken bestimmen unseren Alltag. In diesen verrückten Tagen sollten wir aber niemals unseren Humor verlieren. Den kann uns niemand nehmen.

Heute ist der 30.04.2020- gefühlt Tag 365 in Quarantäne.

Nichts ist mehr so wie es mal war. Mein letzter Flug liegt Wochen zurück, mein Fliegerherz blutet. Ich vermisse den Fliegergeruch morgens, wenn ich den frühen Vogel mal wieder um die Ecke gebracht habe, das Dröhnen der Turbinen, die sich manchmal anhören wie Hirsche in der Paarungszeit. Seit über 22 Jahren bin ich nun ein Kranichfan. Man könnte meinen, ich habe mir einen Kranichflügel statt des legendären „Arschgweihs“ stechen lassen.

Mein Fliegerherz blutet

Nein, dem ist nicht so. Aber inzwischen habe ich Kerosin im Blut und vermisse es wirklich schmerzlich, gefühlt am ganzen Körper danach zu riechen. Von meinen Kolleginnen und Kollegen möchte ich gar nicht sprechen. Bei aller Oberflächlichkeit und Differenzen, die es auch in unserer Branche gibt, kann ich sagen, wir sind eine starke Gemeinschaft und halten in schweren Zeiten zusammen. Ich vermisse meine große Familie und das schönste Office dieser Welt.

Die Uniform hat frei

Stattdessen hängt meine Uniform wieder im Schrank. Ich dachte letzte Woche, ich kann sie kurz ausführen, wurde aber bereits nach einem Tag schwer enttäuscht. Es gab einfach keine Flüge für mich. So durfte ich wieder nach Hause. Mein letzter Flug ging nach Singapur. Es war so schön, denn zum ersten Mal hatte ich meine Tochter mit. Es war super spontan und für uns beide ein Erlebnis. Zu dem Zeitpunkt hat wohl keiner wirklich ahnen können, wo wir jetzt stehen. Irgendwo im Nirgendwo.

Alles ist anders

Die Ereignisse überschlugen sich bereits, als wir aus Singapur zurückkehrten. Wenige Tage später waren unter anderem auch die Schulen geschlossen. Homeschooling ist wohl eines der meist verwendeten Worte in diesen Tagen. Überforderung seitens der Eltern, auch bei mir. Lehrer, die an ihre Kompetenzgrenzen gehen. Wir mittendrin.

Schule

Meine Schulzeit liegt etwas mehr als 5 Jahre zurück….okay…gelogen…etwas mehr. Mein Kind befindet sich kurz vor ihrem mittleren Schulabschluss. In Deutsch und Englisch kann ich sicher helfen. Aber Mathe? Ich bin raus. Mathe war noch nie mein Lieblingsfach. Ich hatte damals schon Pizzaschablonen in Form von Schweißflecken unter meinem Arm. Aus Angst, unsere Mathelehrerin könnte mich wählen, damit ich zuerst hinter der Tafel Aufgaben lösen musste, deren Lösung dann vor der Klasse präsentiert wurden. Zum Glück gibt es Sachen wie Nachhilfe, deren Umsetzung auch über soziale Medien möglich ist.

Und jetzt?

Fiebern wir den schriftlichen Prüfungen entgegen, mit großen Bauchschmerzen, denn es fehlen mehrere Wochen von regulärem Unterricht. Kann man das alles irgendwie aufholen? Sicherlich nicht mal im Ansatz. Wir können uns nur so gut es geht vorbereiten und den Kindern eine gute Stütze sein. Mehr geht in diesen Zeiten nicht.

Nichts scheint mehr so wie es mal war

Ich muss jeden Tag auf den Kalender schauen, damit ich weiß, welchen Tag wir eigentlich haben. Ich sitze hier immer noch in meinem Schlafhemd und denke mir: „Egal“. Mich sieht heute keiner mehr. Ich wünschte, ich könnte etwas anderes sagen. Die einzigen Menschen, die ich vielleicht sehe, sind Ärzte. Momentan ist ein guter Zeitpunkt, sich mal rundum checken zu lassen. Mein Körper ist zwar noch keine Großbaustelle, aber durchläuft schon mehrere Klimazonen. Mit 29+?

Alter ist nur eine Zahl?

Erst neulich sagte meine Frauenärztin: „Sie sehen noch so jung aus“, worauf ich antwortete: „Ja, aber mein Geburtsdatum sagt etwas anderes“, nämlich, dass ich in 3 Jahren 50 werde. Ich habe sicherlich keine Probleme mit dem Alter, aber einige Begleitererscheinungen brauche ich eher wie ein Loch im Kopf. Da kann ich manchmal singen, dass ich so heiß wie ein Vulkan bin, ja, aber von innen in erster Linie. Aber gut, irgendetwas ist ja immer. In diesen Zeiten haben wir ganz andere Sorgen und auch Ängste und Nöte.

Ich vermisse meine sozialen Kontakte, meine Familie, meine Freunde.

Was würde ich für einen Händedruck geben? Für eine Umarmung? Für Alleinstehende ist das Fluch und Segen zugleich. Ich bin in der glücklichen Lage, dass mein Kind schon 16 und sehr eigenständig ist. Ich ziehe vor allen Müttern und Vätern den Hut, deren Kinder die Rundumbetreuung und ALL INKLUSIVE Bespaßung brauchen. Das haben wir schon lange hinter uns gelassen. Jedes Alter hat halt seinen Reiz, seine Tücken, eine der vielen Phasen. Am Ende des Tages ist es auch schön, wenn Ruhe eingekehrt ist und wir in die Frauen- und Männerrolle schlüpfen können.

Datingapps haben Pause

Zeit zum Daten? Schlecht bis gar nicht. Es bleiben uns nur Nachrichten, Telefonate und ggf. Facetime Calls. Da muss man sich aber auch aufbrezeln, wenn man einen halbwegs guten Eindruck machen möchte. Gerade in der Anfangszeit ist es doch wichtig zu glänzen. Schwierig mit dunklem Haaransatz, ohne fake lashes und mit unreiner Haut, die vom falschen Essen und dem Wein ab 17 Uhr kommt. Irgendwo auf der Welt ist es ja immer 17 Uhr, nicht wahr?

Fake Blondinen

Mal Hand auf das Haupthaar…Wie viele Männer sehen jetzt, dass ihre Frauen keine Blondinen sind, sondern eher das Straßenköterbraun  als original Haarfarbe tragen? Viele! Obwohl ich dunkelblond bin, sieht mein Ansatz gefühlt wie Nachtschwarz aus und ja, ich vermisse meine Lashes. Die ersten Tage habe ich noch versucht, selbst einzelne Wimpern nachzukleben. Als dann aber einige an meiner Brille hingen, mein Arzt mich freundlich darauf hinwies, habe ich mir alle Fakes in einem Anfall von „Selbstzerstörung“ abgemacht.

Humor- wichtiger denn je

Ja, ich weiß, wir haben andere Probleme. Aber meine Geschichten handeln nie über politische Themen, sondern kommen aus dem Alltag. Ich möchte meine Leserinnen und Leser unterhalten und vielleicht auch zum schmunzeln animieren. Ich werde aus aktuellem Anlass und auf Bitten meiner Tochter übrigens nur noch allgemeine Sachen zur Kindererziehung schreiben.

Zeit für mich

Anonsten wird es erst einmal vermehrt um mich gehen, denn jetzt ist Sandra- Zeit. Mama bin ich sowieso, mit Leib und Seele. Aber die Flügel meines Kindes werden bald ausgewachsen sein, und sie wird in die Welt hinausfliegen. Mit meinem Fliegen wird es erst einmal dauern. Ich habe viel Zeit. Zeit, endlich wieder zu schreiben und Dinge für mich zu tun. Ich habe sogar einen Schreibkurs gebucht, denn es soll schließlich noch ein Buch geben, vielleicht auch mehrere. Aber erst mal backe ich kleinere Brötchen.

Zrück zum Thema- Corona macht es möglich

Der BH wird ab und an mal an der richtigen Stelle positioniert. Ich habe ständig wechselnde Affären mit meinen Jogginghosen. Aber endlich kommen sie mal alle zum Zug und können sich an meine Beine anschmiegen. Wie gerne würde ich euch alle verbannen und mal gegen meine Ausgehkleidung tauschen und wieder mal richtig weggehen.

Tanz in den Mai- heute anders

Vor einem Jahr bin ich in den Mai getanzt, heute tanze ich vor dem Fernseher, weil ich ein Sportprogramm für Anfänger gewählt habe und feststelle, dass der Sport-BH nicht seinen Zweck erfüllt. Ich sehe total bescheuert aus, wenn ich Jumping Jacks mache. Bei mir sind es Hampelmänner auf Kindergartenniveau. Ich ertappe mich dabei, wie ich diese Fitnesslady anschreien möchte, denn sie sieht auch noch 20 Minuten spektakulär aus, während meine Augen vom Salz meines Schweißes brennen.

Ich sehe einfach nichts mehr, bin völlig fertig und denke, dass ich wohl doch das Sportprogramm ab 50+ wähle. ( Bitte keine Anfeindungen, jedes Alter hat seine Vor- und Nachteile, aber ich bin halt keine 20 mehr. Die ersten Wehwechen zeigen sich doch schon hin und wieder).

Back on track

Ich habe vor einigen Wochen wieder mit meinem Lauftraining angefangen, voller Elan und mit großen Zielen. Leider hat mich wieder mal eine fiese Wurzel im Wald ausgebremst. Ich habe aber zumindest einen Stunt hingelegt, der rekordverdächtig schien. Jetzt habe ich wieder Schmerzen in meinem Gelenk. Auch nach diversen Übungen stelle ich fest, es gibt wenig Linderung. Ich muss wieder auf die „Schlachtbank“, mein Chiropraktiker darf die Großbaustelle schließen. Es wird weh tun, ich weiß es jetzt schon.

Schon so spät?

Zeit, aus dem Schlafgewand zu schlüpfen. Ich mache mich mal wieder ausgehfertig. Juhu, endlich wieder BH und Co aus dem Schrank nehmen. Und in diesen Tagen nicht die Maske vergessen!

Bleibt gesund und öfter mal lachen! Das Leben ist viel zu kurz, um traurig zu sein!

Mein Schlußwort

Und an all meine Singleladies…Es gibt sie da draußen, die Söhne der Mütter, die auf euch warten, für die ihr nicht nur eine Option oder eine Übergangsfrau seid. Die euch auch in Joggingbuchse und ungeschminkt gut finden werden. Sie warten nur darauf, bis sie euch endlich treffen können, ohne euch emotional abzuholen oder bei euch einziehen zu wollen. Habt Geduld, es lohnt sich sicher! So könnt ihr bis dahin die Spreu vom Weizen trennen. Bis dahin bleibt es eben eine Art Brieffreundschaft. Corona zwingt uns dazu, einmal mehr nachzudenken. Warten lohnt sich mit Sicherheit.

Keep smiling!

Eure Sandra

 

 

Ich heiße Sandra, geboren am 26.9.72, Sternzeichen Waage. Ausgeglichen bin ich, aber auch manchmal wie ein Fähnchen im Wind, schmeiße gerne Pläne innerhalb kürzester Zeit um, sehr zum Ärger meiner Familie, die sehr strukturiert ist.

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